Warum Andi keinen Urlaub braucht
Shownotes
Diesmal kommt der Berg zu uns runter: Andi, Wirt der Tegernseer Hütte, ist ins Tal gestiegen – wir sitzen am See in der Schweighofbucht und reden über Urlaub, Freiheit und das Altwerden.
Warum eigentlich Urlaub, wenn das Leben schon passt? Andi erzählt, warum ihm Strandurlaub fremd ist, wieso es ihm so wichtig ist, dass sein Team oben auf der Hütte wirklich frei hat – und woran er merkt, wer auf 1.650 Metern klarkommt und wer nicht. Wir sprechen über die Rolle des „Hüttenwirts" – und warum er den Begriff nicht mag, weil er das ganze Team unsichtbar macht. Und wir landen, wie so oft in diesem Podcast, beim großen Ganzen: beim Altwerden, bei Andis Jahren in der Palliativpflege und einem Karl-Valentin-Zitat, das eigentlich schon alles sagt, was es über den Tod zu sagen gibt.
Ein Gespräch über zwei Perspektiven auf ein gutes Leben – oben am Berg und unten im Tal.
Transkript anzeigen
00:00:21: Von oben.
00:00:29: Ein Podcast
00:00:30: von Tegernsee Weeky.
00:00:35: Hallo Julia
00:00:35: Hi, guten Abend Andi.
00:00:37: Guten Abend
00:00:38: Bis gerade runterkommen.
00:00:40: Ich bin grad runtergekommen.
00:00:41: ja
00:00:41: Wie gehts dir?
00:00:42: Mir geht's
00:00:43: gut.
00:00:43: Ihr habt ein schönes Leben.
00:00:45: Ihr habt mich die Tage mit einem Gast unterhalten Der im Urlaub war Und der sehr vom Urlaub an sich geschwarmt hat Dass es gut ist um im Urlaub zu sein und ihr könnt alles verstehen Nachvollziehen zustimmen.
00:01:03: Aber wir sind irgendwie darauf gekommen, dass einig doch gut wäre das Leben so zu führen, dass man keinen Urlaub braucht.
00:01:09: Und das machst du?
00:01:11: Ich glaube ich mach das ja.
00:01:13: Dennoch brauche natürlich Urlaub aber so in gewisser Weise dieses Urlaub als Flucht oder als weg von dem was man sonst macht... Fertig schön, wenn das nicht sein wird.
00:01:29: Was ist ein Urlaub für dich?
00:01:30: Ein Urlaub ist für mich keine
00:01:33: Ahnung.
00:01:33: Das ist ja das Spannende sich da anzunähern.
00:01:36: Sagen wir doch, fangen wir mal bei deinem Gast an.
00:01:38: was hat der für einen Urlaub gemacht?
00:01:39: Der so wie ich ihn verstanden habe war seinen Urlaub.
00:01:44: Der Gestalt dass es quasi ein Ausschalten des Alltags war in dem Sinne dass der Alltag ihm belastet und dass er dann eine Zeit braucht, daraus aus diesem Alltag zu kommen um dann Kraft zu schöpfen den Alltag wiederzumeistern.
00:02:01: Aus dem ganzen Klanger bis heraus das der Alltag was feindseliges ist Und die glaubt es sind nicht einmal so selten oder so unüblich und das finde ich eigentlich schade.
00:02:13: Das hat ein bisschen immer die Frage was die Leute für Berufe haben, oder?
00:02:16: Es ist
00:02:16: alles hängt von allem ab Was für berufe, was für Möglichkeiten, was verschausen sie von Anfang an?
00:02:22: Du hast ja ein
00:02:26: Freiluft-Office.
00:02:27: Ja, ich weiß gar nicht, ob ich Office habe.
00:02:29: Das ist wahrscheinlich der Punkt?
00:02:31: Oder
00:02:31: für manche der
00:02:32: Punkt!
00:02:33: Ja klar, freide ich, das hängt schon ganz arg an vielen Dingen ab.
00:02:36: Aber also grundsätzlich müssen wir mal vielleicht so a priori andenken, was in einem guten Zustand sein könnte, das Leben zu vollziehen oder zu gestalten.
00:02:45: Ist doch zumindest mal ein schöner Gedanke.
00:02:48: Dass kein Urlaub als... wenn man Urlaub isst Flucht in Alt-Fünftrittli versteht nicht notwendig ist.
00:02:55: Ja?
00:02:55: Ja, aber was ist für mich Urlaub?
00:02:59: Brauchst du Urlaub oder ist das einfacher zu beantworten?
00:03:03: Also wahrscheinlich schon.
00:03:04: ich kann es jetzt so gar nicht sagen.
00:03:06: Mir geht's halt darum dann doch auch Zeit zu haben Dinge tun zu können also dem interessieren.
00:03:14: Mhm!
00:03:14: Also du könntest nicht untätig am Strand liegen.
00:03:17: Nee, das kann ich nicht.
00:03:18: Also ich kanns.
00:03:18: zehn Minuten Ja, das ist ... Strandurlauben sind fremd für mich.
00:03:24: Ich
00:03:24: glaub', dass es auch so eine Konstruktion ... Urlaub ist gleich Strandurlaub?
00:03:29: Ja, mag sein, weiß ich nicht...
00:03:31: Also ich
00:03:32: glaube viele finden das richtig schön!
00:03:36: Das ist ja dann auch in Ordnung jetzt.
00:03:38: Ich selber finde's nicht zu interessant.
00:03:40: Vielleicht bin ich noch nicht so weit vielleicht.
00:03:41: Wir
00:03:42: brauchen
00:03:43: ein bisschen.
00:03:44: Aber schau mal, jetzt können wir noch kurz erzählen.
00:03:46: Jetzt sitzen wir nämlich hier eigentlich direkt Am Tegernsee, so Schweighofbucht an der Ecke.
00:03:51: Und ich denke mir immer viele erzählen von den Urlaubsplänen die sie dann vorhaben im Jahr und ich finde es eigentlich ganz schön hier zu sein.
00:04:01: Im Sommer ist das hier nämlich besonders schön!
00:04:03: Ich mag's gerade schuldig schön hier unten ja... Sie kennt's ja kaum, wie da immer nur zum Einkaufen hier unten ansonsten.
00:04:09: Das Sommer am Tegensee heißt sie gar nicht.
00:04:13: Habe kein Bild davon, wir kennen mich ja auch kaum aus, also obwohl ihr eigentlich Halbisjahr hier bin, kenne ich mir überhaupt nicht aus.
00:04:19: Ich kenne ein paar Berge aber hier im Tal kenne all die Einkaufsläden zu denen ich fahre Aber sonst kenne ihn hier nicht.
00:04:28: Jetzt sind wir zum Urlaub abdrichtet
00:04:30: Weil du ja quasi urlaub genommen hast um einkaufen zu gehen und runterzukommen um mit mir einen Podcast zu machen.
00:04:36: Ja dafür hab' ich keine Urlaub genommen.
00:04:38: Das habe ich zwischendurch neigeschoben
00:04:42: Aber du achtest umgekehrt sehr darauf.
00:04:44: also das hatte ich zumindest den Eindruck Korrigier mich, dass deine Leute oben auf der Tigernseher Hütte regelmäßig irgendwann raus oder wenn sie keine Ahnung das Bedarf haben, dass die einfach raus können.
00:04:56: Dass Sie frei haben!
00:04:57: Vielleicht ist es eher die Frage nicht Urlaub sondern Freihaben?
00:05:01: Freihabend ist vielleicht ein besseres Begriff.
00:05:05: Stimmt und jetzt eine Exkurs über Freiheit beginnen zu müssen.
00:05:09: aber ja das ist mir in der Tat sehr wichtig.
00:05:15: Wenn du da oben bist, ist es einfach wichtig, dass du was anderes siehst.
00:05:19: Die kann ja niemanden verlangen, sieben Tage von früh bis später oben zu sein und letztendlich zu arbeiten.
00:05:29: Weil auch wenn nichts los ist, beschert er dennoch irgendwie mal so eben.
00:05:32: Ich sag mir dann, ich hab acht Stellung Standby-Modus, kann doch immer jemand kommen.
00:05:37: Und das ist wahrscheinlich sehr wichtig, damit sich jeder ein bisschen entfalten kann.
00:05:43: dieses Jahr so, dass viele oder einige da sind die aus der Nähe kommen.
00:05:47: Das heißt sie können dann halt auch mal heimfahren und das finde ich eigentlich auch sehr schön.
00:05:49: Aber das hatte ich ja nie zu richtig aber das finde ihr schon gut.
00:05:54: Dass man das normale Leben nicht aufgeben muss wenn wir auf der Hütte arbeiten
00:05:58: Also ist es nicht kein normales Leben auf der hütte?
00:06:01: Naja also... Es für mich schon, aber für viele die jetzt nur ein paar Monate sind, ist glaube ich nicht.
00:06:10: die Normalität sind In gewisser Weise so eine Form von Urlaub vielleicht.
00:06:17: Oder Auszeit, das hatten wir ja in der ersten Folge auch
00:06:19: kurz?
00:06:19: Ja, so eine Umbruchssituation.
00:06:21: Genau, ausdreifte sich die Leute
00:06:24: und merkst du.
00:06:25: also merkst Du ich meine es gibt den Unterschied so jemand kommt erst mal auf die Hütte und ist irgendwie engagiert und zwei drei Tage später verändert sich.
00:06:32: was dann sieben Tage später nochmal?
00:06:34: Also merkst So leute die gut klar kommen mit dieser Arbeit oder Dann auch die sich doch vielleicht vertan haben
00:06:40: Klar
00:06:41: Ja, ja.
00:06:41: Woran merkst du das?
00:06:45: Ich merke es... Also wenn jemand's nicht schafft, ein gespürender Gefühl für den Ort im Sinne von dem Ort als arbeiten wie das läuft und die Abläufe sind Das einfach nicht hinkriegen, nicht können Das ist überhaupt kein Defizit, das kann auch nicht jeder Sondern manche passt da halt einfach nicht hin Permanente Anleitung brauchen, was zu tun ist.
00:07:14: Denn dann funktioniert's halt nicht.
00:07:16: Also die ... Proaktiv muss man sein und eigenständig denken können und handeln und Entscheidungen treffen können.
00:07:24: Das ist mal schon sehr wichtig.
00:07:26: Das mag ich schon.
00:07:28: Und die Betreffenden werden danach sehr schnell ziemlich unglücklich.
00:07:32: Das entpasst ja.
00:07:34: Ich sag die Situationen du arbeitest zusammen, du wohnst zusammen auf sehr engem Raum.
00:07:37: Du bist fremden oder zunächst im Beginn auf jeden Fall fremden Menschen relativ ausgeliefert.
00:07:45: Musste da einen Platz finden, das ist alles nicht so ohne.
00:07:47: Dann hat man Heimweh?
00:07:49: Oft ja ich glaube
00:07:51: oder so nach was anderem gewohnten
00:07:53: Ja und halt koordinieren vielleicht die Vorstellungen mit der Rötlichkeit.
00:08:00: Das Hauptproblem in unserem Leben sind die Vorstellung an die Rötigkeit dann doch nicht so deckungsleichs sind und es ist sicher auch ein... und oft mal passieren können.
00:08:11: Das habe ich mir anders
00:08:12: vorgestellt.".
00:08:13: Und redest du dann mit den Menschen, sprichst du sie darauf an oder kommen die eh dann auf dich zu?
00:08:17: Also jetzt war es häufig so dass sie von sich auf mich jetzt zukamen und man ist ja also dann doch im ständigen Austausch und dann findet man schon was heraus wobei Wobei ich da mit mir nicht ganz zufrieden bin, ehrlich gesagt.
00:08:40: Weil ich bin dann schon auch ein bisschen raus aus dem Ganzen... Aus diesem ganzen Gefüge.
00:08:47: Ich bin dann halt doch also net Team sondern hat der Pechter irgendwie und die kennt es ja als Teammitglied, dass sie war ja selber lang angestellt bei Michel Und hab mich tatsächlich immer wieder gefragt wieso kriegten der dessen dessen mit?
00:09:06: Und mittlerweile kriege ich mit, dass sie weiß warum der man die Sachen nicht mitkriegt und was
00:09:12: ich so alles
00:09:13: nicht mitbekomme.
00:09:14: Der Chef aber halt irgendwie auf einem anderen Gleis und dann kriegst du das was auf dem anderen gleis ist nicht unbedingt so genau mit.
00:09:24: und da kollidieren auch meine eigenen Vorstellungen wie ich es vielleicht vorharte machen wollte mit der Richtigkeit Dass sie A doch nicht so der tolle Komponikator bin, für den ich vielleicht gehalten habe.
00:09:40: Und dass sie B tatsächlich nicht alles mitkriegt und... Dass sie merkt – und das ist ein Thema wo eigentlich immer ausgelacht wird – aber ich merke ja, dass ihr alt werbt!
00:09:52: Ich merke, dass Ihr alt werdet, dass Sie einfach tatsächlich bei vielem nimmern mitkommen.
00:09:57: Und ich bin jetzt….
00:09:58: wie hat er jetzt?
00:09:58: Sechsundvierzig?
00:10:00: Da sagt jeder, dass du noch jung bist.
00:10:04: Aber es ist halt einfach immer so Es ist nimmer dreißig.
00:10:06: Also
00:10:06: als Mann nicht?
00:10:07: Wie meinst du, als Mann?
00:10:11: Das Klischee, dass Männer tendenziell zwischen Mittevierzig und Anfangfünfzig eher noch mal das Leben hinterfragen Midlife Crisis oder den Weg dem man einschlägt
00:10:22: Ach so!
00:10:23: Nee von dem rede ich jetzt eigentlich nicht.
00:10:25: Ich hab schon sieben bis acht Midlife crisis hinter mir Und es geht's nicht, ich bin eher wieder in so einer Form der Pubertät.
00:10:35: Aber was soll ich dir sagen?
00:10:37: Lass uns aber ganz kurz auf den Moment zurück, weil wir hatten das mal im Vorgespräch wo du hütten wird nicht als die Rolle oder den Begriff haben.
00:10:48: Oder dich damit dich wohlgefühlt hast.
00:10:51: Weißt noch...
00:10:53: Ich mag die Fixierungen nicht!
00:10:55: Das ist halt, es rührt daher also dass natürlich klar ist über einen Ort zu sprechen und ein Ort zu beschreiben Und dann halt hat man so einen Kopf, der Stand der Hütten wird oder die Hütte wird
00:11:06: hin.
00:11:07: Ja aber warum?
00:11:08: Weil wenn man dich damit identifiziert dass du da der Chef bist oder...
00:11:10: Nee das ist mal so das Gefüge einwahrt.
00:11:13: Das ist natürlich klar, dass es so ist oder so.
00:11:16: Also ich irgendwie statt, da stand der Bürgermeister irgendwie der Kopf oder so.. Ich mag das halt deswegen nicht so.
00:11:23: was halt einfach nur, äh so eine älterständig so eine Hilfsannahme ist um irgendwie einen kurzen Blick auf was wird kurz ein Ausblick auf was zu geben.
00:11:34: Und so eine Hütte ist ja nicht da, es wird schon auch... also klar hat das immer Einfluss wer da, wer das bachsit hat aber dass der Laden läuft und so, das hat halt mit ganz vielen Faktoren und vor allem mit ganz viele Menschen zu tun und das finde ich schön wenn das in der Beschreibung von so Orten mehr zur Geltung kommt.
00:11:55: deswegen mag es, also Wirt zu verstanden ist dann so Wirt ist so Wort dass das dann abschließt.
00:12:03: Okay, die Hütte wird
00:12:05: zack!
00:12:05: Und das Team ist unsichtbar?
00:12:07: Genau und das finde ich eigentlich sehr schade.
00:12:09: Also das Team sowohl die, die da arbeiten aber auch für die Hüte arbeiten, die ganzen ehrenamtlichen Helfer der Hüttenwart, der Wegewart irgendwie überhaupt vom DHV, den ganzen Helfer, die das sichtbar, unsichtba... Aber auf jeden Fall wirkmächtig mit dabei sind Und das macht ja so eine Hütte aus, finde ich zumindest.
00:12:33: Das macht die Hütten möglich und auch die, die vorher waren, die dürfen auch nicht vergessen werden.
00:12:40: Aber jetzt bist du trotzdem auf einer Art nochmal in der neuen Rolle oder?
00:12:43: Ich meine vorher habt ihr es zu zweit gemacht, jetzt bist Du trotzdem irgendwie alleine.
00:12:47: Du bist derjenige, der eine Entscheidung treffen muss wenn es um irgendwas geht.
00:12:50: keine Ahnung Budgetkürzung.
00:12:52: Ich weiß nicht was sind denn so Themen wo du entscheiden musst Oder legst du's dann allen vor und ihr machst zusammen?
00:12:58: Also wir machen viel zusammen.
00:13:01: Es sind kleinere Alltagsentscheidungen und die großen größeren Sachen, die sind da jetzt schon in der Struktur gelegt.
00:13:11: also wie gestaltet man quasi die Bewertung das Essen, das Trinken was gibt es und so?
00:13:19: Das sind dann in dem Bereich ist natürlich klar sind ja schon Entscheidungen gefallen das läuft so durch.
00:13:24: Und dann Personalentscheiden natürlich.
00:13:27: Und ja, also Entscheidungen sind Prozesse und wenn die Prozese nicht zu einem muss man homogenen Ende kommen dann muss man irgendwann die Entscheidung treffen.
00:13:38: War so ein bisschen drum herum geredet aber mir fällt kein gutes Beispiel.
00:13:44: Aber das ist, wenn du jetzt vergleichst zum letzten Jahr... Ist es eine Herausforderung oder ist es was womit du dich jetzt eigentlich wohl fühlst?
00:13:53: Ich fühle mich wohl damit.
00:13:56: Ich bin sehr zufrieden.
00:13:58: Habe sehr viel Glück und habe eigentlich keinen Grund zur Klage.
00:14:04: Es gibt immer Kleinigkeiten, an denen man sich stören kann über die Musik aufregen kann aber wenn man mal den Blick ein bisschen erweitert gibt es keinen Grund.
00:14:14: Also ist auch der Moment da sind wir jetzt weg von der Kurbe weg gegangen im Gespräch
00:14:18: vom Alter
00:14:19: ja vom Alter und der Pubertät die du gerade doch mal durchmachen willst woran merkst so dass das Thema ist alt älter zu werden.
00:14:27: Also wenn wir vor zwanzig Jahren hier dieses Gespräch führt hätten oder ins Kennenland hätten und über irgendwelche Dinge gesprochen hätten, hätte ich auch davon geredet dass er alt wird.
00:14:37: Für mich ist grundsätzlich das Altwerden etwas unheimlich Spannendes und ich bin sehr für Altwerde.
00:14:44: Sehr alt werden hoffentlich?
00:14:45: Nein, also nicht in den Jahren.
00:14:47: Ich vermute ein Jahr werden jetzt sehr alt aber Ich finde es einfach, Entwicklung spannend.
00:14:54: Wenn man sich jetzt anschaut wie sieht das Leben mit zwanzig aus?
00:14:56: Wie sieht das mit dreißig aus?
00:14:57: und wie sieht es mit vierzig aus?
00:15:00: Ich find ja ab dreizig ist immer besser geworden.
00:15:04: Also da haben wir irgendwie schon diesen ganzen romantik liebes Zeug, hat man das irgendwie hinter sich.
00:15:12: Man hat schon oft genug auf den Schnauzen geflogen, man hat Sachen probiert wo man mit sich selber vielleicht ein paar Sachen klassisch vieles nimmt war so wichtig Ab dreißig können die einmal nicht anfangen frei aufzuspielen, das finde ich mir ganz gut.
00:15:24: Und jetzt mit Mitte Vierzig ist es ja noch alles viel besser.
00:15:27: also sind dann noch mehr Schritte in der Entwicklung im Denken und im Sehen und ich vermute mal soll das schaffen, Mitte Fünfzig zu werden muss ja noch geiler sein lassen.
00:15:37: Ja, Mitte fünftig soll das doch schon schaffen oder?
00:15:39: Herr Schabemauer weiß.
00:15:41: Bist
00:15:41: du so risikoreich?
00:15:43: Nee... Es ist...
00:15:45: Oder hast du eine Kettenrauchende Vergangenheit?
00:15:48: Ich habe einfach nur, ich hab hier lang in der Krankenpflege gearbeitet und habe dann die Fachpflege palliativ gemacht.
00:15:58: Und war sehr viele Menschen beim Sterben begleitet eben.
00:16:04: Und mir in meiner Sortierung der Welt, indem was ihr erlebt habt, habe den Eindruck gehabt es passiert oft Leben, ihr Leben auch in der Pflicht.
00:16:21: Und dann kommt dieser Punkt den Hohlestand und dahin hat man Dinge aufgeschoben die man noch machen will.
00:16:28: Das
00:16:28: ist wieder Urlaub?
00:16:29: Genau!
00:16:31: Dann kommt eine schlimme Krankheit mit sixty-sechzechzig.
00:16:35: Der Hohlstand ist gekappt und man stirbt mit achtundsechzig und schaut vielleicht zurück auf das Versäumte im Leben.
00:16:42: Das wird mich heute nicht mehr so betrachten, aber damals hat mir das sehr beschäftigt und hatte dann mir damals vorgenommen.
00:16:49: Ich will mit fünfunddreißig alle Dinge, die mich interessieren gemacht haben.
00:16:55: Fünfunddreißig ist die Pflicht des Lebens.
00:16:57: Alles andere ist Kühe.
00:16:59: Bist du quasi zehn Jahre in der Kühe?
00:17:00: Was
00:17:00: war da so dabei auf der Liste?
00:17:02: Ach
00:17:02: Buchschreib!
00:17:04: Wir können ja beinahe von so einer Bucketlist reden.
00:17:07: Ja?
00:17:08: Aber nehmt ... das war es eigentlich gar nicht.
00:17:13: Ich finde, Donnerbacke hat nichts Schlimmes.
00:17:15: Vieles über rausfinden was mir einfach interessiert hatte sind immer so.
00:17:21: irgendwie komme ich immer auf die Formulierung aus was mich interessiert.
00:17:24: aber hast
00:17:24: du Buch beschrieben?
00:17:25: Gut!
00:17:25: Ich hab fünf Bücher geschrieben.
00:17:27: Aber meine Karriere fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.
00:17:32: Wirklich?
00:17:33: Ja, aber ein Schlimmtes war auf jeden Fall gut.
00:17:36: Genau, auf jeden fall war das das.
00:17:37: und auch was ja eigentlich hinaus wollte war dass dieses davon ausgehen, dass das Leben noch lange geht oder dass mein Leben noch länger geht.
00:17:45: Also das als gesetzt ansehen, also halte ich nicht für wirklich und nicht für sinnvoll.
00:17:52: Deswegen weiß er nicht ob ihn zehn Jahre noch lebt.
00:17:55: Okay, ihr versteht
00:17:56: die Pässe?
00:17:56: Das ist
00:17:56: kein pessimistisches
00:17:58: Grundsinnbruch
00:17:59: sondern eher eine Auseinandersetzung mit Tod, die du früher einfach früher hattest als andere Leute
00:18:04: vielleicht aber dort hat einfach gewisserweise ne Akzeptanz ist hochgegriffen, aber wenn man es mag, akzeptanz der Wirklichkeit oder das Gefügel an der Welt und die wir als Menschen gehofft sind.
00:18:19: Das ist ja nicht Schlimmes.
00:18:22: Dann fiel damit auseinander gesetzt.
00:18:24: Aber im Studium dann wieder tot, also quasi auf die Arbeit.
00:18:28: Ich habe parallel studiert irgendwann und hab ganz viele magische Arbeiten.
00:18:34: Die auch, aber halt auch viele... wie heißt das?
00:18:37: Arbeiten, da haltet man... Ich
00:18:38: kann grad Facharbeit sagen, aber das war das Abitur.
00:18:40: Hausarbeiten!
00:18:41: Wahrscheinlich waren es Hausarbeiten.
00:18:43: Über die Tod geschrieben in Dogmatik und Philosophie, in Ethik.
00:18:48: Immer habe ich irgendwie über die Tod geschrieben, weil sie mir einfach so massiv interessiert haben.
00:18:52: Und hab da unglaublich viele Video gelesen und welche Philosophen am Wannen irgendwie was wie zum Druck sind.
00:18:58: Und ich hab das Thema dann irgendwann abgeschlossen, weil ich den weißen Satz meiner Ansicht nach die ich wieder totlesen habe und mehr gibt es darüber hinaus eigentlich nicht zu sagen.
00:19:11: Und ich war ganz überrascht, dass das nicht von Platon, Heidegger oder Wittgenstein war sondern von Karl Valentin.
00:19:17: Das hab' ich auch verfügt, dass es in meiner Todesuhr anzeige mal steht.
00:19:23: Da hab' Ich mein Leben lang Angst vor dem Tod und jetzt das.
00:19:28: Ja, eigentlich ist gut.
00:19:29: Es scheint mir alles zu sein was es ihr wieder Tot zu sagen gibt Und genau, war ein wichtiges Thema.
00:19:38: Da bist du in der Fahrt verloren?
00:19:39: Wie kam man da jetzt drauf?
00:19:41: Urlaub!
00:19:45: Nein eigentlich durch deinen Lebenslauf und dieses Älterwerden und schon eigentlich mit dreißig sich mit dem Ende oder vorher wahrscheinlich mit dem ende das Leben auch beschäftigt zu haben.
00:19:55: Das
00:19:55: hilft
00:19:56: natürlich.
00:19:57: Ja also ich weiß ja gar nicht ob wir Menschen von der Uhr Idee her auf so großes Alter auslegt sind.
00:20:04: Wir sind die Menschen glaube ich, da wäre jetzt glaube ich schon sehr alt.
00:20:09: Und darauf an was früher war
00:20:11: also mittlerweile wären wir alle würden wir hier nicht mehr auf der Bank ziehen.
00:20:14: Wahrscheinlich
00:20:14: schon.
00:20:14: Also
00:20:14: ich wär sowieso weg?
00:20:16: Du wieso?
00:20:17: Ja weil
00:20:17: Frauen natürlich die Kinder kriegen vielmehr in Kindsbett
00:20:21: und
00:20:22: Wochenbett gestorben sind.
00:20:23: Weil die Männer sind glaube auf der Abendkrieg dann eher schlagen worden.
00:20:26: Was mich noch interessieren würde du bist ja von Berg hinunter hinab
00:20:30: gestiegen
00:20:31: und ich bin das letzte mal hinaufgestiegen.
00:20:32: wie ist es wenn du läufst?
00:20:35: Ne, ich laufe eigentlich viel zu wenig.
00:20:36: Also wie wird der gerne mehr laufen?
00:20:39: Weil es gewohnt bin zu laufen weil ich früher sehr sehr viel gelaufen bin.
00:20:42: also... Das Laufen ist... Also früher als ich noch so viel juckt bin da das... Ich hab dann mal reden gehalten.
00:20:50: Im Kopf!
00:20:51: Ja.
00:20:51: oder also vor mich hin klüstert die was nicht, sieht vielleicht komisch aus aber wenn er mir irgendwelche Themen beschäftigt haben dann nahe plötzlich im Bundestagen aber Rede gehalten.
00:21:03: zu dem Thema war ein Pfarrer auf der Kanzler-Aboretik halt irgendwie so, hab schon viele Reden gehalten beim Laufen.
00:21:10: Hast du
00:21:10: es auch geschrieben?
00:21:11: Tatsächlich sehr selten!
00:21:13: Also seit ich so einen Smartphone habe da kann man ja nur diezen aufsprüllen.
00:21:20: Mache das mittlerweile her aber das ist dann halt irgendwo in dem Gerät drin.
00:21:28: Ansonsten... also jetzt heute bei Runderlaufen, das war noch ganz kurz, sie bin ja... Da ist nichts großes passiert.
00:21:35: Tatsächlich schaue ich dann auf dem Weg auch viel, dass der in Ordnung ist.
00:21:40: Häumensteine aus dem Weg und verbinds quasi mit einer Nützlichkeit.
00:21:45: Kratzt die Ablauferillen frei, also wenn es regnet, dass das Wasser vom Weg abläufen kann.
00:21:51: Solche Sachen aber... Also heute konkret ist immer im Kopf nicht viel passiert.
00:21:56: Und wenn dann... Hab's vergessen?
00:21:58: Ich vergesse halt ziemlich viel!
00:22:01: Aber grundsätzlich die Bewegung ist immer Gut.
00:22:06: Also früher das Laufen mehr mittlerweile macht mir dieses Laufen auch sehr steif und das Gehen macht mich sehr steig, deswegen bin ich ja jetzt hier auf dem Yoga Park.
00:22:14: Wie heißt es denn?
00:22:14: Yoga
00:22:15: Park!
00:22:17: Ja.
00:22:18: Es klettern tut man tut mir tut mir mehr gut als das Lachen mittlerweile.
00:22:24: Aber ich glaube das war's eigentlich gerne deine Frage.
00:22:26: Nee ist
00:22:27: so wenn du jetzt runterkommst und quasi dann hier nach Ottach Eagern und dann sie guckst Wie eben der Vergleich ist, wenn du von der Hütte... also einfach dieser Prozess von oben nach unten oder von unten nach oben.
00:22:39: Ob's da die Perspektive, ob sich was verändert?
00:22:41: vielleicht bleibt es gleich keine Ahnung.
00:22:43: Also wenn ich runterkomme bin ja meistens sehr sehr planvoll unterwegs.
00:22:48: Das heißt als ich komme runter und dann fahre er runter Und dann muss ich zum Genüsehändler.
00:22:55: Meistens die erste Adresse.
00:22:58: wunderschön finde ich sogar ein Gemüse auch
00:23:01: Wie gestern du das kaufen?
00:23:02: Beim Wunderlich, im Mund.
00:23:05: Da geh ich sehr gerne hin.
00:23:05: Ich mag die Leute da arbeiten und diese Luft da drin.
00:23:08: Diese frischen Sachen sind toll!
00:23:10: Das ist meistens der erste Adresse zum Gemüsehändler.
00:23:14: Genau also es war so durchgetaktet und dann... Der nächste, der nächste.
00:23:18: Also von so her ist tatsächlich während des Saison hier zum Einkaufen was er da.
00:23:26: Hauptgrund ist dass sie runterkommt.
00:23:27: Rundekommen ist sehr stark von Hütte geprägt.
00:23:30: Was braucht man?
00:23:32: Wie komm ich schnell durch, damit zu einer einigermaßen vernünftigen Zeit da wieder oben sein kann.
00:23:38: Und das lernt man auch, wie viel man braucht oder wie spiel die Leute essen oben?
00:23:42: Ja ja!
00:23:43: Das frage ich mich immer, weil man ja teilweise bestimmt auch mal daneben landet.
00:23:47: Da geht halt mal was aus und es findet jetzt auch nicht schlimm.
00:23:51: Mir geht lieber etwas aus als dass ich was wegschmeißen muss.
00:23:55: Genau, aber das ging's um die Perspektive... Ich weiß das du meinst, zumindest jetzt zu spontan keine klare Antwort darauf geben.
00:24:04: Dennoch gibt es natürlich dann auch Situationen wo ich nicht im Arbeitskontext runter komme, die sind aber sehr selten.
00:24:12: und da ist dann, wenn wir jetzt vorhin was hier hergekommen durch der Abguld habe das ist einfach schon auch wunderschön ist.
00:24:22: Es sind nur hier, es sind auch Dachäger, am Tegern sieht das weiß ja ungefähr jeder dass es dach schön ist.
00:24:27: Aber dieses jetzt leicht hier wenn das Sonne in so einem Park sitzt, wobei die Sonne ist jetzt untergegangen.
00:24:32: Aber was mein letztes Mal ausschaut hat und was eine hohe Qualität ist einfach zusammen zu sein mit Freunden am besten und irgendwo zu sitzen und ein schönes Leben zu haben oder schöne Momente innerhalb des Lebens.
00:24:49: Das nehmen wir hier dann schon sehr wahr und freue mich eigentlich dass ich sehe hier, dass ja nicht das Leben auf dem Berg ist.
00:25:00: Auch so unheimlich reizvoll und interessant ist genauso wie mein Leben da oben reiz voll und interessant ist und dass es keine Entscheidung ist gegen irgendwas sondern dass es einfach machtes weil aus einer eine positive Selbstbestimmung.
00:25:20: also wir stimmen ein Leben in Abgrenzung zu irgendetwas Scheiß, Leben da im Tal.
00:25:27: Die Menschen oder so dieses Rumgejammener was es da immer gibt?
00:25:30: Nein überhaupt gar nicht!
00:25:31: Ich finde das unheimlich toll hier unten zu sein.
00:25:35: Könnten wir auch vorstellen hier zu leben aber ich habe mir halt entschieden da oben zu sein und... Aber es ist beides gleich gut glaube ich.
00:25:42: Mir entspricht vielleicht da oben deshalb mehr weil ja jetzt ein Bergfimmel hab' und dieses... Unscharfe, dieses Vermischen aus Privat und Beruf ganz gern hab.
00:25:55: Aber es geht auch anders!
00:25:57: Und da können die auch glücklich sein.
00:25:59: Also das ist für mich zumindest ein sehr befreiender Gedanke.
00:26:03: Das ist jetzt alles nicht so schicksalhaftig sondern das ist halt irgendwie entscheidungisch der positive.
00:26:11: Dass ich dem Leben hier sehr viel abgewinnen kann.
00:26:14: Auch im Tal oder in der Stadt oder... Ich glaub man kann überall... Ja das weiß ich jetzt nicht doch.
00:26:21: Es gibt sehr viele Möglichkeiten, ein glückliches Leben zu führen.
00:26:25: Oder
00:26:25: ein gutes Leben.
00:26:26: Ja ja... Also es hängt jetzt nicht unbedingt... Es hängt doch natürlich sehr stark von äußerlichen Grundbedingungen ab.
00:26:33: Von der Lotterie oder Geburt und so einen Sturm wie möglich.
00:26:36: aber wenn das gegeben ist dann kann man uns glücklich schätzen dass wir viele Möglichkeiten haben sowas wie erfülltes Leben zu finden was immer das jetzt genau ist.
00:26:49: In diesem Sinne?
00:26:53: Schauen wir auf den gefüllten See.
00:26:55: Auf Wiedersehen!
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